CDU-Fraktion sieht Bedeutung des Infrastrukturprojekts, verlangt aber sorgfältige Prüfung der Trassenführung und verlässlichen Schutz der betroffenen Betriebe.
Die geplante CO₂-Pipeline „Delta Rhine Corridor“ beschäftigt derzeit auch die Gemeinde Grefrath. Die Open Grid Europe GmbH (OGE) plant eine rund 200 Kilometer lange Transportleitung, über die Kohlendioxid aus industriellen Prozessen zu Speicherstätten in der Nordsee transportiert werden soll. Die CDU-Fraktion Grefrath sieht die grundsätzliche Bedeutung dieses Infrastrukturprojekts für den Klimaschutz und den Erhalt industrieller Arbeitsplätze. Gleichzeitig fordert sie, die Auswirkungen vor Ort sorgfältig zu prüfen.
Nach den vorliegenden Planungsunterlagen verläuft der von OGE bevorzugte, rund 600 Meter breite Planungskorridor nördlich von Vinkrath und schwenkt westlich des Ortes nach Süden. Damit rücken insbesondere landwirtschaftlich genutzte Flächen in den Blick.
„Die Landwirtschaft prägt Vinkrath seit Generationen. Unsere Betriebe sind auf ihre Flächen angewiesen und müssen auch künftig vernünftig wirtschaften können. Ihre Interessen müssen bei der weiteren Planung entsprechend berücksichtigt werden“, erklärt CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Kappenhagen.
Erhebliche Eingriffe während der Bauphase
Auch wenn die Pipeline später unterirdisch verläuft, sind die Eingriffe während des Baus beträchtlich. Der reguläre Bauarbeitsstreifen ist mit 38,5 Metern Breite vorgesehen. In sensiblen Bereichen kann er auf 28,5 Meter reduziert werden. Nach Abschluss der Arbeiten verbleibt ein zehn Meter breiter Schutzstreifen mit dauerhaften Nutzungsbeschränkungen. Davon müssen etwa 5,8 Meter gehölzfrei bleiben.
Besonders wichtig sind der CDU-Fraktion mögliche langfristige Auswirkungen auf die Bodenqualität, bestehende Entwässerungsleitungen und den Wasserhaushalt. Auch Fragen der Entschädigung, der Wiederherstellung beanspruchter Flächen und der Haftung für Folgeschäden müssen verlässlich geklärt werden.
Dabei sind nicht nur einzelne Grundstücke zu betrachten. Wenn ein landwirtschaftlicher Betrieb mit mehreren eigenen oder gepachteten Flächen betroffen ist, müssen die Auswirkungen auf den gesamten Betrieb berücksichtigt werden.
Trassenvarianten sorgfältig vergleichen
Die CDU-Fraktion hält es für richtig, die unterschiedlichen Trassenvarianten nachvollziehbar miteinander zu vergleichen. Die ebenfalls untersuchte Variante über den Flugplatz Niershorst und entlang bestehender Wohnbebauung und Gewerbeflächen wird aufgrund der damit verbundenen Nutzungskonflikte kritisch gesehen.
Auch beim bevorzugten Korridor besteht weiterer Prüfungsbedarf. Neben den landwirtschaftlichen Flächen betrifft dies insbesondere mögliche Eingriffe in Waldflächen, die Niersniederung und gegebenenfalls Bodendenkmäler im Bereich des historischen Nordkanals.
Darüber hinaus erwartet die CDU nachvollziehbare Aussagen zur technischen Sicherheit der Pipeline und zu möglichen Auswirkungen auf nahe gelegene Wohnhäuser und landwirtschaftliche Betriebsgebäude.
Landwirte frühzeitig beteiligen
Aus Sicht der CDU müssen die betroffenen Landwirte unmittelbar in die weitere Trassenplanung einbezogen werden. Ihr Wissen über Bodenverhältnisse, Drainagen und betriebliche Abläufe kann helfen, unnötige Eingriffe zu vermeiden.
„Wir wollen notwendige Infrastruktur nicht grundsätzlich verhindern. Aber wir erwarten, dass die Planung Rücksicht auf die Menschen nimmt, die hier leben und wirtschaften. Die Risiken und Folgekosten eines solchen Projekts dürfen nicht bei den betroffenen Betrieben hängen bleiben“, so Kappenhagen.
Stellungnahme bis 26.10.2026
Die CDU-Fraktion Grefrath wird daher bis zum Ablauf der Beteiligungsfrist am 26. Oktober 2026 eine eigene Stellungnahme im laufenden Raumverträglichkeitsverfahren einbringen. Darin werden insbesondere die Interessen der betroffenen Landwirte und Grundstückseigentümer sowie die Auswirkungen auf Natur und Landschaft berücksichtigt.
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